Das intrinsische, nicht-allergische Asthma bronchiale wird durch Reize wie:

  • Infektionen, meist der Atemwege
  • Medikamentenunverträglichkeiten – sog. Analgetika-Asthma (eine pseudoallergische Reaktion auf Schmerzmittel, meist nichtsteroidaler Antiphlogistika wie Acetylsalicylsäure)
  • Einwirkung von giftigen (toxischen) oder irritierenden Stoffen (Lösungsmittel, Weichmacher, Zusatzstoffe und anderem)
  • besondere körperliche Anstrengung
  • Refluxerkrankung (Rückfluss von Magensäure)

als typischen Auslösern dieser Form hervorgerufen.


Besonders bei Kindern kann man einen Asthmaanfall nach dem Sport oder anderen körperlichen Belastungen beobachten, diese Form nennt man daher Anstrengungsasthma.
Als recht seltene Ursache gilt das Asthma, das durch ständiges Sodbrennen hervorgerufen wird. Hierbei schwappt immer wieder Magensäure aus dem Magen in die Speiseröhre (Reflux). Dabei gelangen durchaus schon mal kleinere Mengen – besonders im Liegen – in die Luftröhre und Bronchien, wo die Säure die Schleimhaut reizt und einen Asthmaanfall hervorrufen kann.

 

Ein Kommentar zu intrinsisches Asthma bronchiale

  1. ute sagt:

    PTA-FORUM
    Asthma

    Magnesium unterstützt die Therapie

    Von Ernst-Albert Meyer

    Asthma bronchiale gehört weltweit zu den häufigsten chronischen Erkrankungen. In den Industrienationen betrifft diese Atemwegserkrankung 5 Prozent der Erwachsenen und 10 Prozent der Kinder. Nur wenige wissen, dass Magnesium-Präparate die Asthmasymptome verringern und die Patienten dadurch andere Medikamente einsparen können.

    Bei Asthma bronchiale sind die Atemwege chronisch entzündet. Die Erkrankung äußert sich in Atemnot, Giemen, Pfeifen, Husten, Engegefühl im Brustraum; oft husten die Patienten glasig-zähen Schleim ab. Diese sehr belastenden Beschwerden treten besonders nachts und in den frühen Morgenstunden auf. Auf Reizstoffe aus der Umwelt reagieren die Bronchien überempfindlich, was der Fachmann mit dem Begriff der »bronchialen Hyperreaktivität« beschreibt. Wie stark sie sich verengen, ist individuell verschieden, ändert sich auch im Krankheitsverlauf. Die Verengung des Bronchialraumes entsteht sowohl durch eine akute Schwellung der Bronchialschleimhaut als auch durch eine vermehrte Schleimproduktion der vergrößerten Schleimdrüsen. Besonders gefürchtet ist der Asthmaanfall: Dann verkrampft sich die Muskulatur der Bronchien, die Bronchialschleimhaut schwillt an und produziert zu viel zähes Sekret, das die Atemwege zusätzlich verstopft. Die Atemnot bei schweren Anfällen beängstigt die Betroffenen extrem und kann durchaus lebensbedrohlich sein.

    Lungenfachärzte unterscheiden zwischen exogen-allergischem und nicht exogen-allergischem Bronchialasthma, das sie auch intrinsisches Asthma nennen. Manche Asthmatiker leiden auch an einer Mischform beider Typen. Die genetische Disposition ist bei Bronchial-asthma wahrscheinlich, da es regelrechte »Asthmatiker-Familien« gibt. Das exogen-allergische Bronchialasthma entwickelt sich häufig schon im frühen Kindesalter, wobei Jungen häufiger erkranken als Mädchen. Intrinsisches Asthma tritt meist erst im Erwachsenenalter zwischen dem 40. und dem 50. Lebensjahr auf und ist häufig eine Folge von Atemwegsinfekten.

    Tatort Brochialschleimhaut

    Auslöser für Asthmaanfälle sind verschiedenste Reize. Patienten mit exogen-allergischem Asthma reagieren besonders häufig auf Pflanzenpollen, Tierhaare, Pilzsporen, Hausstaubmilben sowie Allergene in Milch, Obst und Nüssen. Intrinsisches Asthma kann als Folge von physischer Belastung, starker Emotionen, Atemwegsinfekten oder bestimmten Arzneimitteln, beispielsweise Beta-Blockern sowie Schmerz- und Rheumamitteln auftreten.

    Als wesentliche Ursache für die Entstehung und Chronifizierung der Atemwegsobstruktion gilt jedoch die chronische Entzündung der Bronchialschleimhaut, sie ist gewissermaßen »die Wurzel allen Übels«. In den Atemwegen lokalisierte Entzündungszellen, die sogenannten Mastzellen, setzen Histamin frei. Dieser Entzündungsmediator führt zur Bronchokonstriktion (die Atemwege ziehen sich zusammen), schädigt die Bronchialschleimhaut und stimuliert zusätzlich die in tieferen Schichten der Bronchialwand lokalisierten Mastzellen und Entzündungszellen, ebenfalls Mediatorstoffe freizusetzen. Diese aktivieren Makrophagen und das gesamte Immunsystem. Dabei kommt es zur weiteren Ausschüttung von Botenstoffen, vor allem von Leukotrienen und Prostaglandinen, welche den entzündlichen Prozess in den Atemwegen, die bronchiale Hyperreaktivität und die Atemwegsverengung (Obstruktion) in Gang halten. Deshalb steht heute in der Asthmatherapie nicht mehr die Behandlung der Bronchokonstriktion, sondern die Entzündungshemmung im Vordergrund.

    Magnesium und Lungenfunktion

    Eine große, im Jahr 1994 publizierte epidemiologische Studie, an der mehrere tausend Erwachsene teilnahmen, ergab, dass die Magnesiumzufuhr über die Nahrung sich auf die Lungenfunktion und die Atemsymptome auswirkt. Damals schlussfolgerten die Wissenschaftler, dass möglicherweise eine zu geringe Magnesiumaufnahme an der Entstehung von Bronchialasthma und chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen beteiligt ist. In der Tat beeinflusst Magnesium eine Reihe von physiologischen Prozessen im Organismus. Dazu gehören einige, die der Entstehung von Asthma vorbeugen oder die asthmatischen Beschwerden lindern. So wirkt Magnesium entspannend auf die Bronchialmuskulatur und verringert damit die Atemwegsobstruktion. Außerdem hemmt Magnesium die durch Calcium vermittelte Histamin-Ausschüttung aus den Mastzellen und schwächt so den Entzündungsprozess der Bronchialschleimhaut und damit die bronchiale Hyperreaktivität ab.

    Klinische Studien

    Mehrere Forscherteams führten in den vergangenen Jahren zum Teil doppelblind angelegte Studien durch, in denen sie Asthmatikern Magnesium intravenös oder als Aerosol über die Lunge verabreichten. Als Folge der Zufuhr von Magnesium besserten sich die Lungenfunktionsparameter deutlich. Neue Studien belegen, dass auch die orale Magnesium-Substitution die Asthmatherapie wertvoll ergänzt und helfen kann, beispielsweise Asthmasprays einzusparen.

    2007 führte die Gruppe um die Wissenschaftler um Professor C. Gontijo-Amaral von der State University of Campinas Medical School in Brasilien eine randomisierte und placebokontrollierte Doppelblindstudie mit 37 Jungen im Alter von 7 bis 19 Jahren mit moderatem Bronchialasthma durch. Eine Gruppe der Kinder und Jugendlichen, die Verumgruppe, nahm täglich 300 mg Magnesium-Ionen ein. Zusätzlich inhalierten Verum- und Placebogruppe zweimal täglich 250 Mikrogramm Fluticason und bei Bedarf Salbutamol. Die Studie dauerte zwei Monate. Dabei wollten die Forscher vor allem untersuchen, ob die Magnesium-Gabe die bronchiale Hyperreaktivität verringert.

    Weniger Asthma-Anfälle

    Zur Überprüfung des Erfolges bedienten sie sich eines unspezifischen inhalativen Provokationstests, des Metacholin-Tests. Metacholin ist ein Arzneistoff, der dosisabhängig die Bronchien verengt. Je mehr Metacholin nötig ist, um bei den Probanden klinische Beschwerden zu erzeugen, umso geringer ist ihre bronchiale Hyperreaktivität. Die Jugendlichen inhalierten stufenweise mit ansteigender Dosierung eine Metacholin-Lösung. Zwischen den einzelnen Inhalationen bestimmte ein Gerät die Luftmenge, die der Proband nach tiefer Einatmung in einer Sekunde ausatmete. Dabei schnitt die Gruppe, die Magnesium eingenommen hatte, besser ab als die Placebo-Gruppe: Die bronchiale Hyperreaktivität der Kinder und Jugendlichen war geringer als die ihrer Altersgenossen, die Placebo geschluckt hatten. Im Vergleich zur Placebo-Gruppe hatte sich in der Verum-Gruppe die Zahl der Tage mit Asthma-Anfällen um 30 Prozent verringert, und die Zahl der Tage, an denen die Kinder Salbutamol benötigten, war ebenfalls um ein Drittel erniedrigt. Somit belegt die Studie eine Wirkung von Magnesium bei Asthma bronchiale auch bei oraler Anwendung. Die Ergebnisse ihrer Studie veröffentlichten die Wissenschaftler im European Journal of Clinical Nutrition.

    Tipps für die Beratung

    Aufgrund seiner unterschiedlichen pharmakologischen Eigenschaften untersuchen Wissenschaftler Magnesium auch bei einer Vielzahl anderer Indikationen, zum Beispiel Heuschnupfen, ADHS, Wadenkrämpfe, Rückenschmerzen durch Muskelverspannungen, Migräne und Menstruationsbeschwerden. Vor der Anwendung von Magnesium sollten PTA und Apotheker die Patienten über einige Zusammenhänge informieren.

    Die Tagesdosis für Erwachsenen sollte bei mindestens 300 mg Magnesium-Ionen liegen. Auch höhere Dosen sind gut verträglich. Weiterhin ist die Wahl des Magnesium-Salzes von Bedeutung: Organische Salze wie Magnesiumaspartathydrochlorid, -citrat oder -bishydrogenglutamat sollen im Dünndarm besser resorbiert werden als anorganische Verbindungen. Organische Magnesium-Verbindungen dissoziieren im Magen in das zweiwertige Magnesium-Kation und das organische Säure-Anion. Eine gute Dissoziation ist die Voraussetzung für die Bioverfügbarkeit und Wirksamkeit.

    Die anorganischen Salze hingegen passieren als Basen unverändert das saure Milieu des Magens und zerfallen erst im Dünndarm in ihre Bestandteile. Außerdem erhöht sich die Resorptionsquote weiter, wenn der Patient die Tagesdosis an Magnesium auf mehrere Einzeldosen aufteilt.

    E-Mail-Adresse des Verfassers:
    MedWiss-Meyer(at)t-online.de

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