Asthma ist eine Erkrankung, die in chronischen Fällen eine langfristige Therapie erforderlich macht. In der heutigen Zeit lässt sich Asthma sowohl mit Medikamenten als auch mit nicht medikamentösen Therapien behandeln.
Je nach Schweregrad kommen dabei unterschiedliche Therapiekonzepte zum Einsatz.

Ein wichtiger Bereich in der Asthmatherapie, egal welchen Schweregrades, ist die nicht medikamentöse Therapie.

Die Hauptziele einer modernen Asthmatherapie sind:

  • Die Wiederherstellung bzw. der Erhalt einer möglichst normalen Lungenfunktion
  • Die Eindämmung der dem Asthma zugrunde liegenden Entzündung der Atemwege
  • Die Vermeidung von Asthmaanfällen
  • Die Vermeidung von Spätschäden
  • Die Reduktion der Einschränkungen im täglichen Leben

Die nicht medikamentöse Therapie beruht dabei auf vier Säulen:

  • Dem Meiden der Auslöser
  • Die Atemgymnastik
  • Den Entspannungstechniken
  • Der Klimatherapie

Meiden der Auslöser

In vielen Fällen werden Asthma und Asthmaanfälle durch bekannte Allergene ausgelöst. Man spricht auch von allergischen Asthma, bzw. dem extrinsischen Asthma. Ein wichtiger Punkt ist daher eine Vermeidung der Allergene (die so genannte Allergenkarenz).

Häufige Allergene beim allergischen Asthma sind:

  • Pollen: Von Bäumen, Kräutern, Gräsern (z.B. Hasel, Erle, Birke, Pappel, Ulme, Linde, Mais, Weizen, Hafer, Roggen, etc.)
  • Hausstaub: Bzw. Exkremente der von Hausstaubbestandteilen lebenden Hausstaubmilbe (in der Matratze, dem Teppich, etc.), bestimmte Hausstaubbestandteile (Sporen, Pollen)
  • Tierhaare und Federn: Haustiere (z.B. Katze, Kaninchen, Hund, Hamster etc.), Nutztiere (z.B. Schaf, Ziege, Pferd, Rind, Hühner, Tauben, Enten etc.), Tiere aus dem Zoo, etc.
  • Sporen: Von Schimmelpilzen und Hefen, z.B. in feuchten Räumen und Kellern, in Holzhäusern, im Wald, auf Blumenerde, auf Käse etc.
  • Nahrungsmittel: z.B. Fisch, Eier, Milch, Obst, Nüsse, diverse Gemüse, Schweinefleisch-Produkte, auch Nahrungsmittel-Inhaltsstoffe (Konservierungs- und Farbstoffe)

Versuchen sie möglichst, die für sie wichtigen Allergene so konsequent wie möglich zu meiden. Auf welche Allergene sie allergisch sind, können sie durch einen Hauttest (PRICK) erfahren.
Wenn sie Raucher sein sollten, egal welchen Schweregrad ihr Asthma hat, hören sie auf zu Rauchen und meiden sie wenn möglich rauchbelastete Umgebungen wie z.B. Kneipen. Zigarettenrauch kann Asthmaanfälle auslösen, Allergien verschlimmern und neue Allergien erzeugen. Für Kinder ist Zigarettenrauch besonders schädlich. Tun sie darum sich, ihrer Familie und ihrem Umfeld einen Gefallen und hören sie auf zu Rauchen.

Bei Hausstauballergie (meistens besteht hier eine Allergie gegen Hausstaubmilben) sollten sie eine Milbensanierung in Betracht ziehen. Sie sollten ihre Matratze in einem milbendichten Überzug verpacken, Matratzen generell alle 5 Jahre wechseln, Staubsaugen sollten sie am besten durch nicht Allergiker durchführen lassen, etc.
Pollenallergiker sollten die Hauptflugzeiten ihres Allergens kennen und auf ausgedehnte Spaziergänge zu dieser Zeit verzichten.
Am besten, sie lassen sich durch einen Facharzt (Allergologen) zu diesen Themen genauer beraten.

Die Atemgymnastik

Die richtige Atemtechnik kann Patienten mit Asthma helfen, Atemnot und Angstgefühle bei einem Asthmaanfall zu reduzieren. Bei einem Asthmaanfall besteht durch die Verengung der kleinen Atemwege das Problem, die Luft aus der Lunge wieder auszuatmen. Es ist also nicht das Einatmen das Problem, sondern das Ausatmen, was sich bei einem Asthmaanfall durch eine pfeifende Ausatmung, dem so genannten Giemen, bemerkbar macht.

Folgende Techniken bzw. Körperhaltungen verhindern ein Zusammenfallen der Bronchien und erleichtern die Atmung:

  • Die Lippenbremse: Erst ruhig durch die Nase einatmet und anschließend langsam durch die zusammengepressten (locker) Lippen ausatmen. Die Ausatmung erfolgt gegen den Widerstand der locker aufeinandergelegten Lippen. Dies erhöht den Druck in den kleinen Atemwegen bei der Ausatmung, hält diese dadurch offen und erleichtert das Ausatmen.
  • Der Kutschersitz: Der Schultergürtel wird fixiert, z.B. durch Ablegen der Unterarme auf den Oberschenkeln oder Abstützen auf einer Tischplatte (Arme nach hinten oder nach vorne). Auf diese Weise wird die Atemhilfsmuskulatur aktiviert und erleichtert die Ein- und Ausatmung.

Da diese Techniken im Notfall schwer zu erklären sind, sollten alle Betroffenen die richtige Anwendung dieser Techniken in ruhigen Situationen erlernen. In fast jeder Statt gibt es Asthma-Schulungen, die unter anderem auch das richtige Anwenden diese Atemtechniken vermitteln. Informieren sie sich am besten über Schulungen in ihrer Nähe bei ihrem Hausarzt oder Allergologen.

Entspannungstechniken

Angst und Stress können zu einer Verschlimmerung des Asthma führen oder auch der Auslöser für einen Asthmaanfall darstellen.
Beim Asthmaanfall selber ist die Panik vor dem Ersticken ein großer Faktor, der die Luftnot verschlimmert. Darum sollten sie bei Anzeichen eines Asthmaanfalls Ruhe bewahren. Sollte eine Person in ihrem Umfeld einen Asthmaanfall erleiden, so sollten sie auf jeden Fall versuchen, die betroffene Person zu beruhigen.

Entspannungstechniken können eine Asthmaerkrankung positiv beeinflussen. Folgende Techniken können beispielsweise bei Volkshochschulen oder einem Kuraufenthalt erlernt werden:

  • Autogenes Training
  • Progressive Muskelrelaxation
  • Yoga
  • Qi Gong
  • und Andere

Auch hier lassen sie sich am besten von einem Facharzt (Allergologen) oder ihrem Hausarzt ausführlich beraten.

Die Klimatherapie

Klimakuren am Meer oder im Gebirge zeigen häufig bei Asthmapatienten eine deutliche Besserung der Beschwerden. Ab einer Höhe von 1500 Metern existieren praktisch kaum noch Hausstaubmilben und es fliegen deutlich weniger Pollen. Die salzige Luft am Meer hat einen leicht schleimlösenden Effekt auf die Atemwege, verbessert das Abhusten und führt dadurch zu einer verbesserten Atmung und zur Reduktion der Beschwerden. Zusätzlich führt der Urlaub (meistens) zu einer generellen Entspannung, die auch zur Verbesserung des Befindens beiträgt.

Generell ist die nicht medikamentöse Therapie bei Asthma ein wichtiger und unterstützender Faktor, ersetzt aber nicht die medikamentöse Therapie.
Notfallmedikamente (Beta-Mimetika) sollte jeder Asthmatiker (auch Kinder!) immer bei sich tragen.

 

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