Tina hat folgende Frage gestellt:
Gibt es Heilungschancen für Asthma im Kindesalter mittlerweile? (mein Verwandter ist schon über 40, eventl. hat sich in der Zwischenzeit ja einiges getan in der Forschung…?)
Da die genaue Ursache für das Asthma bronchiale noch unbekannt ist, ist es bis heute nicht möglich, Asthma zu heilen. Man kennt den entscheidenden Schritt, der bei einem Patienten z.B. zu einer Allergie, das bedeutet zu einer überstarken Abwehrreaktion des Bronchialsystems führt, noch nicht im Detail. Liegt die Ursache für das Asthma bronchiale in einer Allergie, z.B. gegen Birke oder Milbe, so kann eine Desensibilisierung dauerhafte Linderung verschaffen. Aber auch hier liegt keine Heilung vor, da das Bronchialsystem nach wie vor überempfindlich reagiert.
Häufig (in mindestens einem von drei Fällen) verschwindet ein kindliches Asthma im Erwachsenenalter ganz oder verläuft wesentlich weniger schwer. Das Umgekehrte ist allerdings auch möglich.
Asthma ist aber eine Erkrankung, die sich sehr gut behandeln lässt. Menschen mit Asthma müssen nicht lebenslang an Beschwerden leiden! In den allermeisten Fällen ist es durch eine gute Behandlung möglich, die anfallsfreien Zeiträume zu verlängern und die Beschwerden zu lindern.
Sowohl durch Medikamente als auch durch bestimmte Atemtechniken (z.B. die Lippenbremse) und das Vermeiden spezieller allergieauslösender Stoffe und Situationen ist Asthma in den meisten Fällen gut behandelbar.

Ob man Asthma als heilbar ansieht könnte wohl von der Kultur abhängen, in der man lebt.
Beim Yoga soll die Bhastrika- bzw. Blasebalgübung mit kräftiger Brustatmung heilend wirken. In der westlichen Medizin wird die mehr oder weniger verzweifelte Brustatmung im Asthmaanfall als pathologisch eingestuft, die nichts mit einer Selbstheilung zu tun hat.
Extreme Brustatmung ist aber Teil des Repertoires der natürlichen Atmungsformen.
Die Bhastrikaatmung könnte konsequenterweise zur Weisheit des Leibes gehören, zumal die westliche Medizin fundamental und exklusiv auf Medikamente als Therapie beharrt. Eine Therapie kann aber nicht als EBM, als „Evidence-basiert“ gelt, wenn trotz guter Datenlage in der Arzneimittelforschung einem Grundsatz die Plausibilität fehlt.
Durch Forschung von Gwen Skloot in der Mount Sinai School of Medicine, New York, und andere ist bewiesen, dass ein Asthmatiker nicht so einatmet, dass die Bronchien entspannt werden. Ein gesunder Mensch aber reagiert mit Bronchienverengung, wenn im Provokationstest, er nicht durchatmet.
Dies spricht für die Bhastrikaatmung unter fachmännische Anleitung als Hoffungsträger.
Ich selber bin so verfahren, d.h. habe auf einem Crosstrainer im Fitness-Studio 20 Minuten lang mit Puls 130 und mit Betonung der Brustatmung regelmäßig trainiert. Soweit ich beurteilen kann, ist der Körper dann nicht mehr hilflos Allergenen wie Blütenstaub ausgeliefert. Kräftige Atmung stellt die Kontrolle wieder her, weil sie die Einatmung kräftigt. Richard Friedel