Kategorie: August, 2007

Was mache ich bei einem Asthmaanfall?

Der akute Asthmaanfall kann sehr dramatisch verlaufen. Die Maximalvariante, der sogenannte Status asthmaticus, stellt eine unmittelbare Lebensbedrohung dar. Es wird folgendes Vorgehen empfohlen:

  1. Bronchodilatation: kurzwirksame Beta2mimetika (=Asthmaspray, z. B. Salbutamol) zum inhalieren geben, ruhig mehrfach
  2. Den Patienten beruhigen
  3. Patienten sitzen und mit den Armen aufstützen lassen (Einsatz der Atemhilfsmuskulatur)
  4. In geschlossenen Räumen Fenster öffnen
  5. Bei Anhalten der Symptome trotz Medikamenten für längstens 20 Minuten, den Notarzt rufen

Was wird im Krankenhaus gemacht?

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Wie wird Asthma bronchiale behandelt?

Bei einer nachgewiesenen Allergie muss zunächst der auslösende Stoff gemieden werden (Beispiele: Berufswechsel beim Bäckerasthma, Abschaffung von Haustieren, die ein Fell haben). Beim Asthma, das durch Milben oder Pollen ausgelöst wird, kommt manchmal eine Hyposensibilisierung, auch „spezifische Immuntherapie“ (SIT) genannt, in Frage.

Die Deutsche Atemwegsliga empfiehlt folgendes Behandlungskonzept:

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Welche Schweregrade gibt es?

Asthma bronchiale wird in folgende Schweregrade eingeteilt:

Schweregrad I: Intermittierendes, leichtes Asthma

  • Symptome ≤ 2mal pro Woche
  • Keine Symptome und normaler PEF zwischen Exazerbationen (Anfällen)
  • Kurze Exazerbationen (wenige Stunden bis wenige Tage); die Intensität kann wechseln
  • Nächtliche Beschwerden ≤ zweimal pro Monat

Die Lungenfunktion bei Schweregrad I:

  • FEV1 oder PEF ≥ 80% des Vorhersagewerts
  • PEF-Variabilität < 20%

Schweregrad II: Leichtes Asthma

  • Symptome > 2mal pro Woche, aber nicht täglich
  • Exazerbationen, die manchmal die Aktivität einschränken
  • Nächtliche Beschwerden > 2mal pro Monat

Die Lungenfunktion bei Schweregrad II:

  • FEVt1 oder PEF ≥ 80% des Vorhersagewerts
  • PEF-Variabilität 20-30%

Schweregrad III: Mittelschweres Asthma

  • Symptome täglich
  • Täglicher Gebrauch kurzwirksamer ß2-Agonisten
  • Exazerbationen, die die Aktivität einschränken
  • Exazerbationen ≥ zweimal pro Woche, die Tage anhalten können
  • Nächtliche Beschwerden > einmal pro Woche

Die Lungenfunktion bei Schweregrad III:

  • FEV1 oder PEF > 60-80% des Vorhersagewerts
  • PEF-Variabilität > 30%

Schweregrad IV: Schweres Asthma

  • Dauerbeschwerden
  • Begrenzte körperliche Aktivität
  • Häufige Exazerbationen
  • Häufig nächtliche Symptome

Die Lungenfunktion bei Schweregrad IV:

  • FEV1 oder PEF ≤ 60% des Vorhersagewerts
  • PEF-Variabilität > 30%

Wie wird Asthma bronchiale diagnostiziert?

Die Diagnose ist bei den typischen Hauptsymptomen leicht zu stellen. Typische Röntgenbefunde oder Veränderungen des EKGs liegen nicht vor. Bei allergisch bedingtem Asthma kann sich bei der Blutuntersuchung eine Erhöhung des IgEs (Immunglobulin) oder eine Eosinophilie finden.

Die Diagnose wird durch eine Lungenfunktionsprüfung (Spirometrie) gesichert, bei der man

  1. das Gesamtvolumen der ein- und ausgeatmeten Luft (Vitalkapazität, VK) bestimmt und
  2. das in einer Sekunde bei forcierter Ausatmung ausgeatmete Volumen (1-Sekunden-Kapazität, FEV1).

Aus dem Verhältnis von 1-Sekundenkapazität zur Vitalkapazität wird die relative Sekundenkapazität (FEV1 in % der VK = Tiffenau Test) errechnet, die als Maß für die Einengung der Atemwege herangezogen wird.

In spezialisierten Zentren können der Atemwegswiderstand und das Ausmaß der Lungenüberblähung mit der Ganzkörperplethysmographie (Bodyplethysmographie) bestimmt werden.

Zur Therapieüberwachung dient auch der PEF-Wert (peak expiratory flow). Dies ist der Maximalwert des Luftflussvolumens (Durchfluss) beim Ausatmen. Er dient als Indikator für den freien Querschnitt in der Luftröhre beim Ausatmen. Dieser Wert sinkt meist schon vor einem Asthmaanfall. Er wird mit einem „Peak-Flow-Meter“ gemessen, welches in verschiedenen altersangepassten Bauformen erhältlich ist.

Wichtig bei der Diagnose des Asthma bronchiale ist es zu erkennen, ob eine allergische Empfindlichkeit gegen ein oder verschiedene Allergene der Umgebung als Auslöser für das Asthma verantwortlich ist. Hierzu bedient man sich verschiedener Allergietests.

Was ist ein Asthmaanfall?

Bei einem Asthmaanfall kommt es zu akut auftretender Luftnot (Dyspnoe) bei erschwerter Ein-, vor allem aber Ausatmung mit pfeifenden Atemgeräuschen (Giemen), teilweise tritt Husten auf, auch in Form von Hustenanfällen. Bei Kindern ist Husten in der Regel das führende Symptom, daher wird hier die Diagnose „Asthma“ oft erst spät gestellt. Das erschwerte Atmen und die Luftnot können zu Angstgefühlen führen. Charakteristisch für Asthma ist, dass im beschwerdefreien Intervall keine Funktionseinschränkungen oder Symptome bestehen.

Typischerweise beginnt ein Asthmaanfall mit einem beklemmenden Gefühl in der Brust. Die Betroffenen husten oft. Dann setzt plötzlich Atemnot ein, die sich so weit steigern kann, dass sie zu bedrohlichem Sauerstoffmangel führt. Das ist mit starken Angstgefühlen vor dem Ersticken verbunden. Die Betroffenen brechen in der Regel jede körperliche Aktivität und stützen die Arme auf, um die Atmung durch die Atemhilfsmuskulatur zu unterstützen. Das Problem bei einem Asthmaanfall ist nämlich nicht das Ein- sondern das Ausatmenem, es kommt zur überblähung des Brustkorbes. Bei schweren Formen kann es zu Einziehungen unterhalb des Rippenbogens, zwischen den Rippen oder am Hals kommen. Die Nasenflügel bewegen sich stark beim Ein- und Ausatmen (Nasenflügeln ist bei Kindern häufig das erste Zeichen einer erschwerten Atmung). Der Gesichtsausdruck ist ängstlich. Die Gesichtshaut zunächst blass, bei längerer Dauer eines Anfalls bläulich verfärbt. Die Atemgeräusche sind oft sogar auf Entfernung zu hören als Rassel, Brummen, Pfeifen oder Giemen.
Ein Asthmaanfall kann einige Minuten oder sogar Stunden dauern.

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